Ich finde Kollegen als Freunde eigentlich praktisch.
Man muss sich nicht erst kennenlernen, kennt denselben Alltag und hat meistens sofort ein Thema.
Das Problem merke ich erst abends beim Bier, wenn nach 40 Minuten immer noch über denselben Kunden gesprochen wird, über den man schon acht Stunden gesprochen hat.
Irgendwann brauche ich Menschen, denen ich eine Geschichte von der Arbeit erst erklären muss. Das ist manchmal ganz gesund.
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fernweh
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dorf oder großstadt
Eine Großstadt kann fünf Theater, hundert Restaurants und jeden Abend irgendein Konzert haben.
Wenn man selbst meistens zu Hause kocht und am Wochenende spazieren geht, ist dieses Angebot trotzdem nur theoretischer Wohnwert.
Lebensqualität hängt vielleicht weniger davon ab, was ein Ort anbietet, als davon, welche Teile davon zum eigenen Alltag passen.
zum ersten mal merken dass die eltern älter werden
Bei einer Reise mit meinen Eltern würde ich heute anders planen als vor zehn Jahren. Nicht zehn Dinge an einem Tag, lieber irgendwo länger sitzen und weniger hetzen. Komisch ist, dass man irgendwann nicht mehr nur fragt, was alle sehen wollen, sondern auch, welches Tempo für alle angenehm ist.
zurück ins büro obwohl homeoffice funktioniert
Ein Job mit einem Bürotag pro Monat kann für jemanden 150 Kilometer entfernt noch realistisch sein.
Vier Tage pro Woche eher nicht.
Mehr Präsenz verändert deshalb nicht nur den Alltag bestehender Mitarbeiter, sondern auch die Frage, aus welchem geografischen Radius sich Menschen überhaupt sinnvoll bewerben können.
menschen die nie eine gegenfrage stellen
Ich hatte letztens ein Gespräch, in dem ich nach Arbeit, Urlaub, Familie und Wohnung gefragt habe.
Nach ungefähr 20 Minuten wusste ich ziemlich viel über die andere Person.
Sie wusste über mich weiterhin praktisch nichts.
Irgendwann habe ich aufgehört zu fragen, nur um zu sehen, was passiert.
Es passierte nicht besonders viel.
wenn man freunde nur noch alle drei monate sieht
Wenn Freunde in verschiedenen Städten leben, besteht ein Treffen irgendwann aus mehr als „hast du Freitag Zeit?“.
Zug suchen, Wochenende freihalten, vielleicht übernachten und hoffen, dass nicht genau dann jemand krank wird.
Drei Monate können erstaunlich schnell entstehen, ohne dass irgendjemand die Freundschaft vernachlässigen wollte.
fc bayern münchen
Bayern ist heute ein globaler Fußballclub mit Fans und Projekten weit außerhalb Deutschlands. Gleichzeitig steckt schon im Namen, in der Sprache und in vielen Ritualen sehr viel München und Bayern. Große Sportmarken werden international, ohne dass ihre lokale Herkunft dadurch automatisch unwichtig wird.
oktoberfest
Wer zum ersten Mal zur Wiesn fährt, braucht nicht automatisch ein allgemeines Eintrittsticket für Festgelände oder Festzelte. Die Oide Wiesn ist davon eine eigene, kostenpflichtige Ausnahme. Tischreservierung, Eintritt und tatsächlicher Sitzplatz sind also drei verschiedene Fragen.
dinge die man als kind für völlig normal hielt
Ich finde es im Rückblick erstaunlich, dass lange Autofahrten mit Straßenatlas oder ausgedruckter Route völlig normal waren.
Falsche Abfahrt genommen?
Dann musste man tatsächlich herausfinden, wo man jetzt ist.
Heute bin ich nach zwei Minuten ohne GPS schon beeindruckend orientierungslos.
urlaub in deutschland statt fliegen
Urlaub in Deutschland klingt automatisch nach „nah“.
Von Norddeutschland in die Alpen kann trotzdem ein kompletter Reisetag sein.
Man spart Flughafen und Flug, bekommt dafür vielleicht mehrere Züge oder viele Stunden Autobahn.
Nah auf der Landkarte ist nicht immer nah von Haustür zu Haustür.