Ich würde „aufs Oktoberfest gehen“ nicht mehr wie eine einzige Erfahrung behandeln. Mittags durch Fahrgeschäfte laufen, abends in einem großen Zelt sitzen oder auf der Oidn Wiesn Blasmusik hören können sich ziemlich unterschiedlich anfühlen. Das Gelände ist dasselbe. Der Abend muss es nicht sein.
jürgen klopp
Neun Jahre Liverpool klingen erst einmal wie eine normale Zahl. Im modernen Spitzenfußball mit seinen kurzen Krisenzyklen ist das fast eine eigene Ära. Spieler kamen und gingen, Kader wurden umgebaut und am Ende war Klopp immer noch dieselbe erkennbare Figur an der Seitenlinie.
tatort
Inzwischen kann der Tatort für registrierte Nutzer schon freitags vorab in der ARD Mediathek auftauchen. Der klassische Sonntag um 20:15 bleibt trotzdem bestehen. Interessant, wenn dasselbe Format gleichzeitig modernes Streamingangebot und ziemlich altes Fernsehritual sein kann.
urlaub in deutschland statt fliegen
Deutschlandurlaub und autofreier Urlaub sind zwei verschiedene Entscheidungen. Bei mehrtägigen Inlandsreisen war das Auto 2025 weiterhin das häufigste Verkehrsmittel. „Wir fliegen nicht“ beantwortet also noch nicht, wie die Reise tatsächlich stattfindet.
dinge die man erst mit 30 versteht
Man darf fünf Jahre lang etwas wollen und später etwas anderes wollen. Eine Entscheidung kann damals richtig gewesen sein und heute trotzdem nicht mehr passen. Lebenspläne haben offenbar keine Pflicht zur lebenslangen Rückwärtskompatibilität.
weihnachten zwischen zwei familien
Einmal haben wir versucht, an einem Feiertag beide Familien mitzunehmen.
Beim ersten Essen schaut man irgendwann auf die Uhr, weil die zweite Familie wartet. Beim zweiten kommt man später als geplant an.
Ich fand es fair verteilt und gleichzeitig ziemlich unweihnachtlich.
kleine dinge die den alltag sofort besser machen
Ein Termin von 15 bis 16 Uhr blockiert selten nur eine Stunde.
Hinweg, Jacke, Parkplatz oder Bus und danach wieder zurück gehören ebenfalls zum Tag.
Wer nur den eigentlichen Termin in den Kalender schreibt, kann einen erstaunlich freien Nachmittag planen, der in Wirklichkeit gar nicht existiert.
bürokratie
Auf meinem Rechner gibt es einen Ordner, der einfach „Unterlagen“ heißt.
Mietvertrag, Meldebescheinigung, Versicherungszeug, Bescheide und einige PDFs, bei denen ich jedes Mal neu überlegen muss, wofür ich sie eigentlich brauche.
Wenn irgendeine Stelle etwas von mir möchte, liegt die Chance gar nicht schlecht, dass genau eines davon wieder hochgeladen werden soll.
Wenigstens ist meine Ablage dadurch besser geworden.
dinge die man als kind für völlig normal hielt
„Um drei am Schwimmbad.“
Das war der komplette Plan.
Kein Live-Standort, kein „bin noch im Bus“, kein „welcher Eingang?“.
Man musste entweder ungefähr pünktlich sein oder ziemlich lange darüber nachdenken, ob die andere Person überhaupt noch kommt.
das erste mal im fußballstadion
Für einen Stadionbesuch muss man nicht erst beweisen, dass man „richtiger Fan“ ist.
Kein Trikot, nicht jede Abseitsentscheidung sofort verstehen, Spieler nur teilweise kennen – völlig ausreichend.
Vielleicht ist gerade das erste Mal interessant, weil noch nicht alles Routine ist.