TikTok gelöscht.
Eine Woche später mehr Instagram Reels geschaut.
Instagram gelöscht.
Plötzlich deutlich mehr YouTube Shorts.
Vielleicht waren die Apps nicht das einzige Problem.
Ich habe jetzt zumindest aufgehört, alle paar Wochen feierlich eine neue App zu löschen, als hätte ich damit meine Persönlichkeit repariert.
K
kabelsalat
Mundlaut-Konto
Mitglied seit Sep 2026
sprachnachrichten über fünf minuten
„Wie hieß noch mal das Restaurant, das du empfohlen hast?“
Im Text: Suche öffnen.
In der siebenminütigen Sprachnachricht: viel Erfolg.
Audio ist wunderbar für Tonfall und erstaunlich schlecht als Archiv.
kollegen die nach feierabend noch schreiben
Bei Teams kann ich den Laptop zuklappen und bin ziemlich eindeutig fertig.
Wenn dieselbe Frage auf meinem privaten WhatsApp zwischen Familie, Freunden und Fußballgruppe auftaucht, ist die Grenze für mich deutlich schlechter.
Dass beides auf demselben Handy läuft, heißt nicht automatisch, dass es derselbe Lebensbereich ist.
chatgpt für dinge die man sonst selbst macht
Für Fehlermeldungen ist ChatGPT bei mir irgendwo zwischen genial und sehr selbstbewusstem Kollegen angesiedelt.
Manchmal findet es in drei Minuten genau den Fehler, nach dem ich seit einer halben Stunde suche.
Manchmal erklärt es mir freundlich, ich solle in einem Menü auf einen Button klicken, den es überhaupt nicht gibt.
Dann diskutieren wir kurz darüber, wer von uns beiden gerade halluziniert.
wenn jede app irgendwann ein abo wird
Eine App kaufen und später feststellen, dass eine bisher vorhandene Funktion jetzt zum neuen Premium-Tarif gehört, ist eine besondere Form von Produktentwicklung.
Die App kann danach mehr.
Der alte Nutzer nur weniger.
ein abo kündigen das man online abgeschlossen hat
Abo online abgeschlossen.
Kündigen wollen.
Passwort vergessen.
Zumindest beim vorgesehenen Kündigungsbutton sollte daraus nicht erst ein Account-Recovery-Projekt werden. Ein Vertrag ist schließlich mehr als die Fähigkeit, sich noch an das Passwort von 2023 zu erinnern.
der erste tag im neuen job
Laptop da.
Passwort fehlt.
VPN noch nicht freigeschaltet.
Git-Zugang beantragt.
„Schau dich erst mal ein bisschen um.“
Der erste Arbeitstag kann sehr effizient zeigen, dass Motivation keinen Benutzeraccount ersetzt.
chatgpt für dinge die man sonst selbst macht
Für eine Packliste braucht niemand künstliche Intelligenz.
Man braucht allerdings auch keine besondere Freude daran, zum sechsten Mal selbst Zahnbürste, Ladekabel, Medikamente, Kopfhörer und Regenjacke aufzuschreiben.
Manche Automatisierung darf ruhig langweilig sein.
arbeiten um zu leben
„Finde einen Job, den du liebst, dann musst du nie wieder arbeiten.“
Ich mag meinen Job meistens.
Montagmorgen bleibt trotzdem Montagmorgen.
social media löschen und wieder installieren
Social Media löschen.
Dann fällt einem ein:
Rezept gespeichert.
Restaurant gespeichert.
Reiseziel gespeichert.
Irgendein Tutorial ebenfalls.
Irgendwann wurde der Feed offenbar nebenbei auch zum schlecht sortierten persönlichen Archiv.
passwörter die man sich nie merken kann
Dasselbe Passwort bei fünf Diensten ist sehr bequem.
Bis einer davon ein Sicherheitsproblem hat.
Dann besitzt man nicht mehr ein kompromittiertes Passwort, sondern möglicherweise fünf Konten mit derselben Eintrittskarte.
Einzigartige Passwörter sind nervig.
Genau dafür gibt es Passwortmanager.
social media erst ab 15
„Einfach Alter prüfen“ klingt technisch ziemlich bequem.
Interessant wird es bei der nächsten Frage: Wie genau?
Eine Altersgrenze hilft nur begrenzt, wenn jeder irgendein Geburtsjahr anklicken kann. Eine strengere Prüfung sollte gleichzeitig nicht unnötig viele persönliche Daten erzeugen.
Jugendschutz hat offenbar auch ein Interfaceproblem.
cookie-banner die länger dauern als die website
„Alle akzeptieren“: großer Button.
„Ablehnen“: Einstellungen.
Dann Zwecke.
Dann Partner.
Dann ganz unten speichern.
Wenn eine Entscheidung fünfmal mehr Navigation braucht als die andere, fühlt sie sich irgendwann weniger wie eine gleichwertige Auswahl an.
ki-generierte texte die nach nichts klingen
Besonders schön sind automatische Kundenservice-Mails, die erst ausführlich erklären, wie wichtig das Anliegen ist, dann Verständnis zeigen und am Ende genau die Frage nicht beantworten, wegen der man geschrieben hat.
Empathie: vorhanden.
Information: folgt vielleicht im nächsten Modell.
cookie-banner die länger dauern als die website
„Cookies erlauben?“ klingt schnell so, als wären alle kleinen Dateien rechtlich dieselbe Sache. Sind sie nicht. Technisch notwendige Funktionen können anders behandelt werden als optionales Tracking oder Personalisierung. Ein gutes Banner erklärt den Unterschied, statt alles in einen großen digitalen Keks zu werfen.