Beim nächsten Umzug würde ich eine Kiste nur für die erste Nacht packen: Bettwäsche, Handtuch, Zahnbürste, Ladekabel, Toilettenpapier, etwas zu trinken. Um 23 Uhr möchte ich nicht herausfinden, welcher von 24 Kartons mit „Bad/Küche/Sonstiges“ eigentlich gemeint war.
K
kieselstein
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das erste mal im fußballstadion
Handy morgens: 23 Prozent.
Ticket auf dem Handy.
Anfahrt, Fotos, Nachrichten.
Noch 8 Prozent.
Der erste Stadionbesuch ist ein guter Tag, um den Begriff Eintrittskarte nicht unnötig mit dem Begriff Energiesparmodus zu verbinden.
dinge die man erst mit 30 versteht
Ich dachte lange, nach jedem erreichten Ziel müsste sofort das nächste kommen. Neuer Job, nächste Weiterbildung, größere Wohnung, nächster Plan. Inzwischen finde ich auch Phasen ziemlich legitim, in denen gerade nichts maximiert wird und das vorhandene Leben einfach eine Weile gut genug ist.
mit 30 noch in einer wg wohnen
Ich bin mit 31 aus einer WG in meine erste Wohnung allein gezogen.
Die ersten zwei Wochen waren fantastisch. Alles lag genau dort, wo ich es hingelegt hatte. Niemand hat meine Milch genommen. Bad immer frei.
In Woche drei saß ich abends beim Essen und habe gemerkt, dass seit meiner Rückkehr von der Arbeit kein Mensch mit mir gesprochen hatte.
Alleine wohnen ist für mich trotzdem richtig. Ich hatte nur unterschätzt, dass auch die nervigen WG-Momente soziale Momente waren.
die erste nacht in einer neuen wohnung
Meine erste Nacht nach dem Umzug bestand aus Matratze auf dem Boden, Pizza aus dem Karton und der Erkenntnis, dass ich keine Lampe fürs Schlafzimmer hatte.
Ich habe trotzdem ewig wach gelegen und mich gefreut.
Am nächsten Morgen sah alles wieder hauptsächlich nach Arbeit aus.
wenn man plötzlich gern früh nach hause geht
Ich gehe inzwischen lieber in dem Moment, in dem ich denke „war richtig schön“, als eine Stunde später, wenn ich nur noch müde auf mein Handy schaue. Ein Abend muss für mich nicht erst schlechter werden, bevor ich ihn beenden darf.
nur bargeld bitte
Ein kleines Café bei mir um die Ecke nimmt nur Bargeld. Die Besitzerin meinte irgendwann nebenbei, Kartenzahlung lohne sich für sie bei vielen kleinen Beträgen einfach nicht besonders.
Kann ich nachvollziehen.
Gleichzeitig stehe ich ungefähr jedes dritte Mal vor der Tür und merke, dass ich wieder kein Bargeld habe.
Sie hat einen guten Grund, ich habe keinen bösen Willen und manchmal kaufe ich meinen Kaffee trotzdem woanders.
Mehr Konflikt steckt da bei mir eigentlich gar nicht dahinter.
mit 30 anderen bei der wohnungsbesichtigung warten
Ich habe einmal nach vielleicht drei Minuten Besichtigung direkt eine Mappe mit Schufa, Gehaltsnachweisen und allem abgegeben.
Auf dem Heimweg fand ich es absurd, wie selbstverständlich sich das angefühlt hat.
Ich wusste noch nicht mal, ob nachts die Straßenbahn vorm Schlafzimmer vorbeifährt, aber der Vermieter wusste schon ungefähr alles über meine finanzielle Situation.