Dass fast jeder sofort weiß, wer mit „dem Kaiser“ gemeint ist, sagt vielleicht mehr über Beckenbauers Stellung im deutschen Fußball aus als eine weitere Titelliste. Manche Sportler bleiben nicht nur wegen einzelner Spiele im Gedächtnis, sondern werden irgendwann Teil der Sprache rund um ihren Sport.
1974 als Spieler Weltmeister, 1990 als Teamchef noch einmal. Bei Franz Beckenbauer ist bemerkenswert, wie seine Fußballbiografie mehrere komplett verschiedene Rollen auf höchstem Niveau umfasst. Viele große Spieler werden später Trainer. Nur sehr wenige gewinnen die Weltmeisterschaft auf beiden Seiten der Seitenlinie.
Wenn ich alte Aufnahmen von Beckenbauer sehe, verstehe ich besser, warum bei ihm so oft von Eleganz gesprochen wird. Verteidiger klingt eigentlich nach Zweikampf und Wegschlagen. Bei ihm wirkt die Position teilweise eher so, als würde jemand von hinten das ganze Spiel sortieren.
Beckenbauer gehört gleichzeitig zur goldenen Generation, mit der Bayern zum europäischen Spitzenverein wurde, und zu mehreren prägenden Jahrzehnten der Nationalmannschaft. Dadurch lässt sich seine Karriere kaum sauber nur als Bayern-Geschichte oder nur als DFB-Geschichte erzählen.
Anmelden, um einen Eintrag zu schreiben.