Beim nächsten Umzug würde ich eine Kiste nur für die erste Nacht packen: Bettwäsche, Handtuch, Zahnbürste, Ladekabel, Toilettenpapier, etwas zu trinken. Um 23 Uhr möchte ich nicht herausfinden, welcher von 24 Kartons mit „Bad/Küche/Sonstiges“ eigentlich gemeint war.
Am ersten Abend muss nicht die komplette Wohnung fertig sein. Bett benutzbar, Licht irgendwo, Handy geladen, Wasser erreichbar. Zwanzig geschlossene Kartons sehen deutlich weniger bedrohlich aus, sobald wenigstens eine kleine Ecke schon funktioniert.
Erste Nacht in der neuen Wohnung.
Bett aufgebaut, aber fast alles andere noch in Kartons.
Kein Vorhang.
WLAN natürlich noch nicht.
Man liegt da und jedes Geräusch im Haus ist neu.
Irgendwie fühlt sich die Wohnung in dieser Nacht gleichzeitig schon nach Zuhause und überhaupt noch nicht nach Zuhause an.
Eine Wohnung wird wahrscheinlich nicht in dem Moment zum Zuhause, in dem der letzte Karton verschwunden ist.
Eher nach dem fünften Kaffee am selben Platz, dem ersten verregneten Sonntag, dem ersten Besuch und dem ersten Abend, an dem man nicht mehr darüber nachdenkt, dass alles neu ist.
Zuhause ist vielleicht hauptsächlich Wiederholung.
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