Früher habe ich bei vielen Dingen fast automatisch die billigste Variante gewählt. Inzwischen zahle ich manchmal lieber zehn Euro mehr, wenn ich dafür eine Stunde spare oder mir unnötigen Stress erspare. Geld ist nicht nur für Sachen da; gelegentlich kann man damit auch Zeit zurückkaufen.
Man darf fünf Jahre lang etwas wollen und später etwas anderes wollen. Eine Entscheidung kann damals richtig gewesen sein und heute trotzdem nicht mehr passen. Lebenspläne haben offenbar keine Pflicht zur lebenslangen Rückwärtskompatibilität.
Motivation ist angenehm, aber terminlich ziemlich unzuverlässig. Fester Einkaufstag, automatische Überweisung, Sport zur gleichen Zeit, Dokumente direkt ablegen – langweilige Routinen lösen erstaunlich viele Dinge, für die man sonst jede Woche erneut vernünftig sein müsste.
Nicht jede Entscheidung braucht die objektiv beste Lösung. Ein brauchbarer Arzt, ein solides Fahrrad, eine Wohnung, die gut genug passt, oder ein System, das zuverlässig funktioniert, kann wertvoller sein als monatelanges Optimieren. Perfektion hat überraschend hohe Suchkosten.
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