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Eine günstigere Wohnung 50 Minuten weiter draußen kann auf dem Papier schnell gewinnen. Dafür bezahlt man einen Teil der Ersparnis jeden Tag mit Zeit: morgens hin, abends zurück, Verspätung dazwischen. Wohnkosten stehen in Euro in der Anzeige. Pendelzeit leider nicht.
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Ich kann meine Wohnung alleine bezahlen. Das klingt erst mal besser, als es sich auf meinem Konto anfühlt. Miete geht ab, Strom geht ab, Internet geht ab und irgendwann merkt man, dass „ich kann es mir leisten“ nicht automatisch bedeutet, dass der Betrag vernünftig ist. Trotzdem würde ich gerade nur ungern wieder in eine WG ziehen. Ruhe ist offenbar eine Sache, für die ich inzwischen erschreckend viel Geld ausgebe.
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Von 70 auf 35 Quadratmeter zu wechseln halbiert die Miete nicht automatisch. Kleine Wohnungen können pro Quadratmeter relativ teuer sein, gerade dort, wo viele Menschen allein wohnen wollen. Weniger Platz spart Geld. Nur nicht immer so linear, wie der Grundriss vermuten lässt.
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Alleine wohnen heißt auch: Internet: einmal. Strom-Grundpreis: einmal. Rundfunkbeitrag: einmal. Egal ob auf 35 Quadratmetern eine Person lebt oder auf 75 zwei. Manche Kosten interessieren sich erstaunlich wenig dafür, dass man allein ist.
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Bei der Wohnungssuche habe ich früher hauptsächlich auf die Kaltmiete geschaut. Mittlerweile rechne ich im Kopf direkt weiter: Nebenkosten, Strom, Internet, irgendwann irgendeine Nachzahlung, Möbel, irgendwas geht immer kaputt. Auf einmal sind 100 Euro Unterschied nicht mehr „nur 100 Euro“, sondern ziemlich genau das Geld, das am Monatsende noch Spaß machen sollte. Alleine wohnen hat mir vor allem beigebracht, dass eine Wohnung sehr viele kleine Rechnungen gleichzeitig sein kann.
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Bei einer Wohnung würde ich inzwischen zwei Rechnungen machen: Kann ich sie jeden Monat bezahlen – und kann ich überhaupt vernünftig einziehen? Kaution, Umzug, erste Möbel, Lampen, vielleicht Waschmaschine oder Küche sind kein normaler Monatsbetrag. Eine Wohnung kann langfristig ins Budget passen und am Anfang trotzdem erstaunlich viel Bargeld verlangen.
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Beim Alleinwohnen würde ich einen finanziellen Puffer nicht nur wegen kaputter Geräte wollen. Wenn mein Einkommen ausfällt, gibt es kein zweites Gehalt im Haushalt, das die Miete vorübergehend mitträgt. Die Freiheit, alles allein zu entscheiden, bedeutet eben auch, dass die komplette Rechnung auf derselben Seite landet.
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Ich würde inzwischen lieber ein Zimmer weniger nehmen als jeden Monat so viel Miete zu zahlen, dass am Ende praktisch keine Rücklage mehr möglich ist. Zehn Quadratmeter mehr merke ich zu Hause. Ein kaputter Laptop ohne finanziellen Puffer aber auch.
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Eine monatliche Nebenkostenvorauszahlung sieht im Budget schön konstant aus. Abgerechnet wird bei Vorauszahlungen aber später auf Basis der tatsächlichen Kosten. Für die Frage „Kann ich mir diese Wohnung leisten?“ würde ich deshalb nicht so planen, als könne am Jahresende grundsätzlich niemals eine Nachzahlung auftauchen.
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