Der teuerste Teil am Alleinewohnen ist für mich manchmal, dass niemand etwas mitbezahlt, was man sowieso braucht.
Kühlschrank kaputt? meiner.
Waschmaschine? meiner.
Neuer Staubsauger? Herzlichen Glückwunsch an mich.
In der WG hat man sich über gemeinsame Anschaffungen gestritten. Heute vermisse ich gelegentlich jemanden, mit dem ich mich über die Hälfte streiten könnte.
Alleine wohnen heißt auch:
Internet: einmal.
Strom-Grundpreis: einmal.
Rundfunkbeitrag: einmal.
Egal ob auf 35 Quadratmetern eine Person lebt oder auf 75 zwei.
Manche Kosten interessieren sich erstaunlich wenig dafür, dass man allein ist.
Bei einer Wohnung würde ich inzwischen zwei Rechnungen machen: Kann ich sie jeden Monat bezahlen – und kann ich überhaupt vernünftig einziehen?
Kaution, Umzug, erste Möbel, Lampen, vielleicht Waschmaschine oder Küche sind kein normaler Monatsbetrag.
Eine Wohnung kann langfristig ins Budget passen und am Anfang trotzdem erstaunlich viel Bargeld verlangen.
Die Mietkaution ist nicht dasselbe wie monatliche Miete, braucht beim Einzug aber trotzdem echtes Geld. Bei Wohnraum darf eine vereinbarte Geldkaution höchstens drei Nettokaltmieten betragen und kann in drei monatlichen Raten gezahlt werden. Selbst dann ist es Geld, das erst einmal nicht für Umzug, Möbel oder Rücklagen verfügbar ist.
Nur weil ich heute eine bestimmte Miete gerade noch bezahlen könnte, würde ich mein Budget nicht automatisch bis genau an diese Grenze ausreizen. Strom, Nebenkosten, Einkommen und andere Ausgaben bleiben schließlich nicht jahrelang eingefroren. Ein bisschen Abstand zur persönlichen Obergrenze ist auch eine Form von Wohnkomfort.
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