Ich benutze Watchlists gern als „das schaue ich irgendwann“.
Das funktioniert nur mittelgut, wenn irgendwann gleichzeitig mit dem Film auch das „irgendwann“ aus dem Katalog verschwindet.
Streaming fühlt sich nach Bibliothek an.
Die Regale werden nur gelegentlich umgebaut, während man schläft.
Eine Serie hier.
Eine andere dort.
Der Sport beim nächsten Anbieter.
Irgendwann hat man nicht fünf Streamingdienste, weil man fünf Streamingdienste wollte.
Man wollte ungefähr fünf verschiedene Dinge sehen.
Ein Profil, zwei Menschen. Einer schaut Krimis, der andere Kochshows und jemand hat am Wochenende noch einen Kinderfilm gestartet. Danach präsentiert der Empfehlungsalgorithmus sehr selbstbewusst eine Persönlichkeit, die so wahrscheinlich nur in diesem Wohnzimmer existiert.
Streaming-App geöffnet.
Abo aktiv.
Film gefunden.
„Leihen: 4,99 €.“
Technisch war alles da.
Nur offenbar nicht in derselben Rechnung.
„Der Film ist verfügbar“ beantwortet nicht für jeden dieselbe Frage.
Originalton vorhanden?
Untertitel vollständig?
Welche Bildqualität?
Für manche Menschen ist der Titel allein nur die Hälfte des Streamingangebots.
Ich habe früher ungern Geld für einen einzelnen Film ausgegeben, wenn es irgendwo ein Abo gab.
Inzwischen rechne ich anders.
Fünf Euro einmal zahlen kann günstiger sein als für genau diesen einen Titel ein Abo zu starten und drei Monate lang zu vergessen, es wieder zu kündigen.
21:00 Uhr: etwas schauen.
21:27 Uhr: immer noch etwas zum Schauen suchen.
21:31 Uhr: YouTube.
Streaming erfolgreich abgeschlossen.
Ich brauche eigentlich nicht fünf Streamingdienste gleichzeitig.
Ein oder zwei Monate einen Dienst nutzen, die Sachen schauen, die mich interessieren, danach wechseln – das passt für mich besser.
Meine Freizeit wächst schließlich nicht automatisch mit der Zahl der Abos.
Film ausgesucht.
Netflix: nein.
Disney+: nein.
Prime: nur leihen.
Nächste App.
Der eigentliche Vorspann ist inzwischen manchmal die Suche nach dem Anbieter.
Jeder Streamingdienst hat eine eigene Merkliste.
Das Ergebnis sind fünf Listen mit jeweils zwölf Sachen, bei denen man irgendwann dachte: könnte man mal schauen.
Aus einer Entscheidungshilfe werden dadurch vor allem fünf Orte, an denen man Entscheidungen vertagen kann.
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