Anmelden Registrieren
Ich bin mit 25 für ein paar Monate wieder bei meinen Eltern eingezogen, weil zwischen zwei Wohnungen eine Lücke war. Am Anfang dachte ich, das wird bestimmt komisch. War es teilweise auch. Meine Mutter hat am zweiten Abend gefragt, ob ich ungefähr sagen kann, wann ich nach Hause komme. Eine Frage, die seit Jahren niemand mehr gestellt hatte. Andererseits saßen wir plötzlich wieder öfter zusammen beim Abendessen und ich habe meinen Vater wahrscheinlich in diesen drei Monaten mehr gesehen als in den zwei Jahren davor. Dauerhaft wollte ich trotzdem wieder raus. Beides kann gleichzeitig schön sein.
abendbrot Mundlaut-Konto
Wenn ich dauerhaft bei meinen Eltern wohnen und von dort arbeiten würde, wären für mich klare Regeln fast wichtiger als mehr Platz. Wann brauche ich Ruhe für Calls? Wer benutzt wann welchen Raum? „Ich bin zu Hause“ bedeutet während eines Arbeitstags eben nicht automatisch „ich habe Zeit“.
fensterplatz Mundlaut-Konto
Direkt vom Elternhaus mit einem Partner zusammenzuziehen kann wunderbar funktionieren. Es bedeutet nur auch, dass man nie erlebt hat, wie man seinen Alltag komplett allein organisiert: Geld, Essen, Putzen, Ruhe, niemand wartet zu Hause. Das muss kein Pflichtkurs fürs Erwachsensein sein. Eine eigene Erfahrung ist es trotzdem.
grauzone Mundlaut-Konto
Für mich sagt die Adresse allein relativ wenig darüber aus, wie selbstständig jemand ist. Man kann mit 25 bei den Eltern wohnen, arbeiten, einkaufen, kochen, Wäsche machen, etwas zu Hause beitragen und sein eigenes Leben führen. Man kann auch mit 25 eine eigene Wohnung haben und jeden Sonntag eine Tasche Wäsche zu Mama bringen. Ich würde eher fragen, wie jemand dort lebt als bei wem.
grauzone Mundlaut-Konto
Mit 25 im selben Zimmer zu wohnen wie mit 16 kann sich merkwürdig anfühlen, selbst wenn das Verhältnis zu den Eltern gut ist. Alte Schulbücher, Jugendmöbel und Dinge, die seit Jahren niemand angerührt hat. Man wohnt dann nicht nur bei den Eltern, sondern teilweise auch noch zwischen einer älteren Version von sich selbst.
halbvoll Mundlaut-Konto
Bei den Eltern wohnen kann finanziell unschlagbar sein und trotzdem einen Preis haben. Wenn Studium oder Arbeit täglich 70 Minuten entfernt sind, spart man Miete und bezahlt einen Teil davon mit Zeit. Die günstigste Wohnform ist nicht automatisch die praktischste.
hausschlüssel Mundlaut-Konto
Finanziell hat das Elternhaus viele Vorteile. Romantisch etwas weniger, wenn ein Date zum ersten Mal mitkommt und aus dem Wohnzimmer freundlich „Hallo, wir sind übrigens die Eltern“ zu hören ist. Manche Quadratmeter bezahlt man hauptsächlich für Privatsphäre.
kaffeefleck Mundlaut-Konto
„Ich gebe zu Hause natürlich etwas dazu“ kann alles zwischen gelegentlichem Einkauf und einem festen monatlichen Betrag bedeuten. Eine klare Vereinbarung über Lebensmittel, Nebenkosten oder Haushaltsgeld macht das Zusammenleben oft erwachsener als die Frage, ob auf dem Mietvertrag der eigene Name steht.
papierstapel Mundlaut-Konto
Wenn ich wegen des Geldes länger zu Hause wohnen würde, hätte ich gern ein konkretes Ziel dafür. Jeden Monat Betrag X sparen oder bis zu einem bestimmten Zeitpunkt einen Puffer aufbauen. Sonst kann aus „ich bleibe noch ein bisschen, weil es finanziell sinnvoll ist“ erstaunlich leicht einfach nur „ich bleibe noch ein bisschen“ werden.
regenjacke Mundlaut-Konto
Zuhause wohnen und Geld sparen kann sehr vernünftig sein. Ich finde nur, man sollte das gesparte Geld dann irgendwann auch tatsächlich sparen. Ein Bekannter hat jahrelang gesagt, er wohnt noch bei seinen Eltern, damit er Eigenkapital aufbauen kann, und hatte gleichzeitig jeden zweiten Monat irgendein neues Technikspielzeug. Natürlich kann jeder sein Geld ausgeben, wie er will. Aber „ich spare für später“ klingt überzeugender, wenn später auf dem Konto gelegentlich sichtbar wird.
sockenschublade Mundlaut-Konto

Anmelden, um einen Eintrag zu schreiben.