Ich habe nichts gegen Bargeld. Ich habe nur selten welches dabei.
Letztens saß ich nach dem Essen in einem Restaurant und erst beim Bezahlen kam das „nur bar“. Der nächste Geldautomat war laut Maps elf Minuten entfernt. Also einmal loslaufen, Geld holen und wieder zurück, obwohl ich die Rechnung gern schon vorher mit dem Handy bezahlt hätte.
Wenn ein Laden nur Bargeld nimmt: meinetwegen. Aber bitte an die Tür schreiben.
Ich möchte meine Zahlungsmethode gern kennenlernen, bevor ich den Nachtisch bestelle.
Beim Bäcker vor mir wollte jemand ein Brötchen und einen Kaffee mit einem ziemlich großen Schein bezahlen.
Die Verkäuferin: „Haben Sie es vielleicht kleiner?“
Er: „Sie nehmen doch keine Karte.“
Kurze Stille.
Ich glaube, für ungefähr fünf Sekunden waren sich beide Seiten einig, dass das System nicht perfekt ist.
Nur Bargeld.
Kunde hat Karte.
Nur Karte.
Kunde hat Bargeld.
Technischer Fortschritt: dieselbe Situation mit anderem Schild.
Bei fünf Leuten am Tisch klingt „nur Bargeld“ erst mal simpel.
Dann hat einer einen 50er, zwei nur Kleingeld, einer gar nichts und jemand möchte exakt 17,80 Euro zahlen.
Aus einer Rechnung wird plötzlich ein kleiner interner Währungsmarkt.
Ich zahle meistens digital, habe aber trotzdem gern etwas Bargeld dabei. Nicht aus Nostalgie, sondern weil ein Terminal ausfallen, die Verbindung streiken oder irgendein Gerät genau dann neu starten kann, wenn man bezahlen möchte. Ein Backup muss nicht modern sein, um praktisch zu sein.
„Kartenzahlung möglich“ klingt eindeutig, bis am Terminal plötzlich steht: Girocard ja, diese Kreditkarte nein. Karte ist im Alltag längst keine einzelne Zahlungsmethode mehr. Man kann also technisch eine Karte dabeihaben und trotzdem genau die falsche.
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