Am entspanntesten finde ich, wenn beide grundsätzlich bereit wären zu zahlen.
Dann kann einer sagen „ich übernehme das“ und der andere muss daraus weder eine Grundsatzdebatte noch einen Test machen.
Komisch wird es für mich erst, wenn aus der Rechnung eine Erwartung darüber wird, wie sich Mann oder Frau beim Date zu verhalten haben.
Kaffee beim ersten Date hat einen unterschätzten Vorteil:
Selbst die komplette Diskussion darüber, wer bezahlt, kostet ungefähr vier Euro.
Ich mag beim ersten Date getrennt zahlen eigentlich am liebsten. Nicht weil mir die paar Euro besonders wichtig wären.
Es nimmt nur sofort dieses kleine Gefühl aus der Situation, dass eine Einladung jetzt irgendetwas über Interesse, Höflichkeit oder das zweite Date aussagen muss.
Wenn man sich wiedertrifft, kann man sich später immer noch gegenseitig einladen.
Zwei Leute bestellen ungefähr dasselbe, beide greifen beim Bezahlen nach dem Portemonnaie, einer sagt „ich kann auch“, der andere „passt schon“.
Wahrscheinlich ist das für die meisten Dates schon eine ausreichend komplizierte Finanzordnung.
Wenn eine Person unbedingt das teurere Restaurant ausprobieren möchte, verändert das die Bezahlfrage für mich ein bisschen.
„Lass uns 50:50 machen“ ist unkompliziert, solange beide ungefähr denselben Abend gewählt hätten.
Wer den Preis deutlich nach oben zieht, kann zumindest anbieten, einen größeren Teil davon zu übernehmen.
Eine Rechnung exakt zu halbieren ist angenehm unkompliziert.
Wenn eine Person Salat und Wasser hatte und die andere drei Gänge mit Cocktails, wird Einfachheit allerdings schnell zu einer ziemlich interessanten Form von Fairness.
Manchmal ist „jeder seins“ tatsächlich die weniger komplizierte Rechnung.
Ich finde es völlig nett, wenn jemand beim ersten Date sagt: „Ich lade dich ein.“
Genauso angenehm finde ich aber, wenn ein „Danke, ich zahle meins selbst“ danach einfach akzeptiert wird.
Eine Einladung ist für mich am sympathischsten, wenn sie wirklich ein Angebot bleibt.
Zwei Stunden geredet.
Viel gelacht.
Gutes Date.
Rechnung kommt.
Plötzlich Verfassungsdebatte.
Vielleicht darf Bezahlen auch einfach der unspektakulärste Teil des Abends sein.
Wenn man sich häufiger sieht, würde ich nicht jede Rechnung auf den Euro genau gegeneinander aufrechnen wollen.
Heute zahlt einer das Essen, nächstes Mal der andere den Kaffee oder die Tickets.
Solange sich beide grundsätzlich beteiligen, fühlt sich etwas Ungenauigkeit für mich oft entspannter an als perfekte Buchhaltung.
„Wollen wir zusammen essen gehen?“ lässt für mich offen, wie später bezahlt wird. „Ich würde dich gern zum Essen einladen“ klingt deutlich eindeutiger. Manchmal lässt sich ein großer Teil der Rechnungsdebatte schon mit einem einzigen Verb lösen.
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