Einer zahlt das Essen. Danach sagt der andere: „Dann geht der Kaffee auf mich.“ Keine Prozentrechnung, keine Überweisung über 18,40 Euro und trotzdem haben sich beide beteiligt. Fairness darf gelegentlich etwas unscharf rechnen.
„Du bist Anwalt, dann kannst du ja zahlen“ ist ungefähr so elegant wie „du bist der Mann, also zahlst du“. Ein Jobtitel verrät weder das tatsächliche Budget noch, welche Regel beide angenehm finden. Erste Dates brauchen wahrscheinlich keine spontane Einkommensteuererklärung.
Ich finde es völlig nett, wenn jemand beim ersten Date sagt: „Ich lade dich ein.“
Genauso angenehm finde ich aber, wenn ein „Danke, ich zahle meins selbst“ danach einfach akzeptiert wird.
Eine Einladung ist für mich am sympathischsten, wenn sie wirklich ein Angebot bleibt.
Kaffee beim ersten Date hat einen unterschätzten Vorteil:
Selbst die komplette Diskussion darüber, wer bezahlt, kostet ungefähr vier Euro.
Wenn eine Person unbedingt das teurere Restaurant ausprobieren möchte, verändert das die Bezahlfrage für mich ein bisschen.
„Lass uns 50:50 machen“ ist unkompliziert, solange beide ungefähr denselben Abend gewählt hätten.
Wer den Preis deutlich nach oben zieht, kann zumindest anbieten, einen größeren Teil davon zu übernehmen.
„Wollen wir zusammen essen gehen?“ lässt für mich offen, wie später bezahlt wird. „Ich würde dich gern zum Essen einladen“ klingt deutlich eindeutiger. Manchmal lässt sich ein großer Teil der Rechnungsdebatte schon mit einem einzigen Verb lösen.
Wenn ich beim ersten Date getrennt zahlen möchte, muss ich das nicht unbedingt zwischen Begrüßung und Getränkekarte ankündigen. Für mich reicht der Moment, in dem die Rechnung kommt. Nicht jede praktische Entscheidung braucht vorher eine Grundsatzdebatte.
Eine Rechnung exakt zu halbieren ist angenehm unkompliziert.
Wenn eine Person Salat und Wasser hatte und die andere drei Gänge mit Cocktails, wird Einfachheit allerdings schnell zu einer ziemlich interessanten Form von Fairness.
Manchmal ist „jeder seins“ tatsächlich die weniger komplizierte Rechnung.
Er bezahlt alles, also muss er sehr interessiert sein. Sie besteht auf getrennte Rechnung, also war das Date schlecht. Aus einer Kartenzahlung lässt sich erstaunlich schnell eine komplette romantische Diagnose bauen. Vielleicht war es einfach nur die bevorzugte Art, eine Rechnung zu bezahlen.
Am entspanntesten finde ich, wenn beide grundsätzlich bereit wären zu zahlen.
Dann kann einer sagen „ich übernehme das“ und der andere muss daraus weder eine Grundsatzdebatte noch einen Test machen.
Komisch wird es für mich erst, wenn aus der Rechnung eine Erwartung darüber wird, wie sich Mann oder Frau beim Date zu verhalten haben.
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